Mein emblematischer Gegenstand Europas
Wäre es eine Provokation, wenn ich ein aztekisches oder afrikanisches Idol als den Gegenstand vorstelle, der die Idee von Europa in mir "vermittelt"? Denn ich habe mich nie so „europäisch“ gefühlt wie bei Reisen in fernen Ländern, in denen die Menschen mich fragten: „Bist du Europäerin?“ genau so, wie wir tun, wenn wir einem der 500.000 Afrikaner gegenüber stehen, die ebenso zu untereinander verschiedenen Kulturen und Staaten gehören.
Um aber beim Thema aber zu bleiben, wähle ich den „Kodex des Justitian“ als meinen Europa vermittelnden Gegenstand: Ich bin in Rom geboren und während meiner Kindheit spielte ich in der Massenzio-Basilika unter den Tafeln, die die Bilder des römischen Europas zeichnen. So schien mir schon damals, dass der Krieg zwischen Ländern unsinnig war, die ehemals einen gemeinsamen und großen Staat gebildet hatten. Als Erwachsene habe ich dann verstanden, dass gerade das große kulturellen Erbe des im Altertum kosmopolitischen Staates das Fundament des gegenseitigen Verständnisses – das die Bildung von Europa erlaubt hat –ist. Zu diesem Fundament gehört auch die Tatsache, dass alle modernen Staaten das römische Zivilrecht als Vorbild haben.
Deshalb kann ich mit Stolz sagen: “Civis Europeus Sum!”(Ich bin eine Europäische Bürgerin!).
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