[...]Wir noch jung
Wir noch jung, unsere Kinder klein. Der erste Versuch, uns über die Grenze zu unseren französischen Nachbarn vorzutasten. Schwer fällt ins Bewusstsein, Deutsche zu sein. Kaum das Elsass erreicht, erste Erinnerungsfelder an das Grauen der Kriege- unvorstellbare Zahl von Kreuzen!
Zur Übernachtung Einkehr bei Winzerfamilie. Privatpension. Gastfreundschaft. Und doch wird uns Deutschen erzählt von Gräueltaten: Dörfer verwüstet, der Vater in die Wehrmacht gezwungen, der Hof ein Opfer der Kämpfe. Wir fühlen uns unbehaglich trotz freundlicher Aufnahme und guten Weins.
Die Reise geht weiter. Metz. Verdun. Erzählungen unserer Groβeltern und Eltern begleiten uns. Weniger die Informationen aus der Schule. Unsere Geschichtslehrer haben es “ nich geschafft”, bis zum 20. Jahrhundert zu kommen, waren wohl selber zu sehr in die Ereignisse verstrickt.
Der Höhepunkt unserer Eindrücke: An den architektonischen Stilelementen der weithin ragenden Denkmale ablesbar: Groβvater, Vater und Sohn bewohnen die Friedhöfe -1870 – 1918 – 1945.
Und doch das Wunder: Wir kehren zurück in den Alltag, ich an meine Schule, - sie steht in partnerschaftlicher Verbindung zu einer französischen Schule. Schüleraustausch wird organisiert. Unter den Nachwachsenden wachsen Freundschaften. – Ein europäisches Ereignis.
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