NICHT SO BÖSE
Die Räder rumpelten über die Pflastersteine. Eine warme Abendbrise wehte durch die offenen Fenster. Die Straße wurde spärlich durch die verschlafenen Straßenlaternen beleuchtet. Auf jeder Seite war man sich vage der leeren, zerbombten Grundstücke bewusst. Wir waren auf unserem Weg nach Hamburg. Es war 1953. Ich war zwölf Jahre alt und am Anfang der Pubertät mit Pickeln und Stimmbruch.
Wir waren zu viert im Auto. Mein Vater, meine Mutter, meine große Schwester und ich. Wir waren auf einer Reise durch Europa. Richtung Süden, durch Deutschland, über den Brenner, um den Gardasee, am Comer See vorbei und über den Gotthardpass nach Deutschland und dann zurück nach Hause Kopenhagen.
Deutschland war im Krieg gewesen. Aber jetzt, acht Jahre später, war fast alles bereits wieder aufgeräumt. Die Straßen waren neu gemacht, zumindest in den Städten, aber die Häuser waren immer noch zerbombte Ruinen. Versengte Wände, halb verfallen; Häuser ohne Dach; Häuser, denen die Wände fehlten. Klaffende Löcher, wo einst Fenster waren. Bäume und Sträucher, die sich ihren Weg durch die Ruinen suchten und alles mit einer optimistischen Moral versahen: Man kann eine Stadt zerstören und trotzdem wird dort ein Baum wachsen.
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Montag, 10. Januar 2011 14:49:12
by classe 2B istituto camaiti (7 commenti)
Commento di Nicola Bartoletti